Kirchen und Klöster in der Lüneburger Heide
Die Reformation

Kloster WienhausenDie Reformation

Die Glaubens- und Frömmigkeitsgeschichte jener Nonnen offenbart sich in den Kunstwerken der Gotik, der Renaissance und anderer Epochen, ob nun in den Kreuzgängen, den sakralen Einrichtungen, den weltberühmten Wandteppichen oder in den kunsthistorisch wertvollen Klosteranlagen insgesamt.

Nach der Reformation sind sämtliche sechs Lüneburger Klöster zu evangelischen Damenstiften umgewidmet worden, in denen heute noch alleinstehende Frauen lutherischen Glaubens leben. Sie versuchen, auf christlicher Grundlage kulturellen, kirchlichen und sozialen Zwecken zu dienen und erschließen den Besucherinnen und Besuchern durch Führungen den spirituellen und kunsthistorischen Reichtum der Klöster.

Nach der Romanik, die in der Lüneburger Heide durch kleine Feldsteinkirchen, durch Balkendecken, Fachwerke und rundbogige Fenster vertreten ist, dringt im Kirchbau seit dem 13. Jahrhundert die Gotik von Westen her ein. Backsteingotik herrscht vor.

Neben Lüneburg entwickelt sich in den welfischen Landen allmählich im Süden ein zweites Zentrum, die Stadt Celle, die 1378 Residenzstadt des Teilfürstentums Lüneburg wird. Seit Mitte des 16. Jahrhunderts löst die Celler Stadtkirche das Lüneburger St. Michaeliskloster als Grablege des Fürstenhauses ab.

Die Einführung der Reformation in der Heideregion ist eng mit Celle und dem Welfenhaus verbunden: Von den 1495 entstandenen vier Linien des Adelsgeschlechtes ­ Lüneburg, Grubenhagen, Calenberg und Wolfenbüttel ­ haben die einzelnen Vertreter jeweils unterschiedliche Beziehungen zum lutherischen Glauben. Und das hat Auswirkungen: Es geht um Reformation und Gegenreformation, um Machtpolitik, Erbstreitigkeiten etc., und zwar bis hinein in die Jahre des Dreißigjährigen Krieges und schließlich bis zum Westfälischen Frieden 1648.

Ernst der Bekenner Die Reformation zerstört im 16. Jahrhundert die Einheit des Welfenhauses. Im Fürstentum Lüneburg setzt Herzog Ernst (1521 ­ 1546) die neue Lehre durch, seit 1530 mit Hilfe des süddeutschen Theologen und Lutherfreundes Urbanus Rhegius. Herzog Ernst hat in Wittenberg bei Luther studiert und führt auf den Reichstagen zu Speyer und Augsburg zwischen 1526 und 1530 die protestantischen Fürsten in vorderster Reihe an. Daher stammt sein späterer Name Ernst der Bekenner. Er, dessen Epitaph in der Celler Schloßkirche zu besichtigen ist, baut das Schloß einschließlich der Schloßkirche im frühen Renaissancestil um.

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