Kirchen und Klöster in der Lüneburger Heide
8. - 13. Jahrhundert

Die Missions- und Gründungszeit in der südlichen Lüneburger Heide Figur am Verdener Dom

Im 8. Jahrhundert beginnt in den sächsischen Stammlanden und somit auch im Gebiet der Lüneburger Heide die Christianisierung, allerdings weniger durch die friedliche Verkündigung des Wortes Gottes als vielmehr durch Feuer und Schwert.

Karl der Große (742 - 814) führt das Heer der christlichen Franken gegen die heidnischen Sachsen: 772 zerstört er in der Nähe der Weser das Heiligtum der Irminsul, Weltsäule und Göttermal.

Im selben Jahr hält im ständigen Versammlungsort der Sachsen, in Marklo, der Missionar Lebuin eine erste christliche Predigt.

Da weiterhin die altgermanischen Kultstätten aufgesucht werden, setzt Karl der Große die Unterwerfungsaktionen fort, die in der berüchtigten Hinrichtung von 4500 Sachsen ­ wahrscheinlich waren es weniger ­ bei Verden an der Aller gipfelten. Der überlebende Sachsenherzog Widukind läßt sich 785 taufen.

Einige Jahre vorher wird auf einem Reichstag in der Nähe von Paderborn (780) bereits der Bau von Kirchen gefordert. Bistumsgründungen auf sächsischem Gebiet erfolgen seit Ende des 8. Jahrhunderts in Bremen, Verden, Minden u. a. Die ersten Bischöfe sind zunächst als reisende Missionsbischöfe in grob umrissenen Gauen tätig, um allmählich feste Bischofssitze einzunehmen, so etwa in Verden auf dem bis dahin heidnisch genutzten Lugenstein.

Die Bekehrung der Sachsen bedeutet für den Kirchbau der Lüneburger Heide: Über den alten Opferstätten entstehen Holzkirchen, beispielsweise an Quellheiligtümern die vielen Taufkirchen, die meist nach Johannes dem Täufer benannt sind. Die hölzernen Vorgängerbauten werden während des nachfolgenden ottonischen Zeitalters vielerorts durch Steinkirchen im romanischen Stil verdrängt.

St. Andreaskirche in Verden Um 950 baut Hermann Billung ( + 973) Lüneburg als stärkste Festung des Herzogtums Sachsen aus. Zusammen mit seinem Bruder Amelung, dem Bischof von Verden, gründet er das Benediktinerkloster St. Michael auf dem Kalkberg zu Lüneburg.

In der Südheide wird ein erstes Kloster in Walsrode 986 gestiftet (Urkunde vom sächsischen König Otto III.).

Unter den Welfen folgt dann in den Jahren 1150 bis 1250 eine zweite Blütezeit der Klostergründungen, in der weitere bekannte Lüneburger Klöster der südlichen Heide entstanden sind. Drei dieser geistlichen Einrichtungen gehören zunächst dem Zisterzienserorden an: Die Frauenklöster in Wienhausen (1231) und in Isenhagen (1243), beide gestiftet von Agnes von Landsberg, einer Schwiegertochter Heinrichs des Löwen, sowie Medingen, dessen Keimzelle 1228 von einem Magdeburger Geistlichen gelegt worden ist.

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