Kirchen und Klöster in der Lüneburger Heide
19. - 20. Jahrhundert

Die Stadtkirche in WalsrodeDas 19. und 20. Jahrhundert

Als das Königreich Hannover 1866 preußisch wird, setzen sich in Theologie und Kirche allmählich mehr und mehr calvinistische und unierte Einflüsse durch, ebenso das damals neue Standesamtswesen der Bismarck-Zeit und damit auch das veränderte kirchliche Trauverständnis. Dieser Tatbestand führt dazu, daß sich einige Lutheraner von der Landeskirche abspalten, sowohl dezidiert lutherisch orientierte Pastoren als auch ganze Gemeinden. Andererseits werden solche Pastoren wie Theodor Harms, Bruder von Ludwig Harms und sein Nachfolger als Hermannsburger Missionsdirektor, abgesetzt. Deshalb finden sich in der Lüneburger Heide etliche Kirchen der SELK, der Selbständigen Ev.-luth. Kirche, vor, z. B. in Hermannsburg und Soltau.

Im 19. Jahrhundert sind in der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers viele kirchliche Bauten und Kunstwerke mit historisierenden bzw. romantisierenden Tendenzen entstanden, also im Stil der Neuromanik, Neugotik und Gründerzeit. Einen wesentlichen Anteil an Konzeption und Ausführung hatten die Königlichen Konsistorialbaumeister des Königs von Hannover und England, so etwa F. A. L. Hellner oder C. W. Hase.

Die Kirchenlandschaft unserer Tage ist geprägt durch vielfältige Aktivitäten der Gemeinden, durch geistliche und kulturelle Angebote für Einheimische und Fremde, durch alte beschauliche Klosteranlagen und romantisch gelegene Kirchen, aber auch durch moderne Gemeindezentren, Kindergärten oder Friedhofskapellen.

Sowohl in den Klöstern als auch in den Kirchen der Südheide können Besucherinnen und Besucher durch gottesdienstliche Veranstaltungen und geistliche Abendmusiken in Verbindung mit der verkündigenden Kraft der Sakralarchitektur Erbauung und Gottesbegegnung erfahren.

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