Kirchen und Klöster in der Lüneburger Heide
St. Viti Zeven

St. Viti Zeven

Gottesdienste und Veranstaltungen:

Gottesdienst sonntags um 10.00 Uhr

Öffnungszeiten:

Zur Zeit sind Besichtigungen nur auf Anfrage möglich.
Feste Öffnungszeiten sind in Planung.

Auskünfte:

Ev.-luth. Kirchenbüro
Bäckerstraße 3
27404 Zeven

Tel.: 04281-2239
E-Mail: buero@kirchengemeinde-zeven.de
www.kirche-zeven.de


Beschreibung von St. Viti

Die 14 Nothelfer wurden und werden in der katholischen Kirche als Helfer in allen Nöten angerufen. Einer von ihnen ist Vitus oder Veit, der der Legende nach unter dem römischen Kaiser Diokletian um 303 auf Sizilien als Märtyrer umkam. Er ist der Schutzheilige der Tänzer, Schauspieler, Apotheker, Kupferschmiede und wird angerufen, wenn es um Tollwut, Epilepsie, Schlangenbiss, Unwetter oder Bettnässen geht.

Die Verehrung Veits war im Mittelalter weit verbreitet (siehe Veitsdom in Prag). Daher stiftete Graf Hed zur Ehre Gottes 4,5 km vom heutigen Zeven entfernt in Heeslingen im Jahr 961 eine dem Vitus geweihte Kirche und ließ dort eine klösterliche Gemeinschaft entstehen. Aus internen Gründen wird diese Frauenkongregation in den Wald von sciuens (= Zeven) verlegt. Es entsteht ein neues Kloster und eine neue St. Viti-Kirche. Im Jahre 1141 wird sowohl der Grundstein für die Zevener Kirche gelegt als auch die Klostergemeinschaft in ein Benediktinerinnenkloster umgewandelt, das nach der Regel des Benedikt von Nursia lebt.

Die romanische Feldsteinkirche, später mit einem barocken Turmhelm versehen, erlebt eine wechselvolle Geschichte: 1231 Überführung eines Schreins mit Reliquien des Heiligen Vitus vom Kloster Corvey (Weser) nach Zeven, so dass ein Wallfahrtsort mit wachsendem Wohlstand entsteht. 1389 Brandschatzung von Kloster und Kirche, die aber 1397 mit Ablassgeldern wieder hergestellt wird. 1555 erste lutherische Predigten und Gottesdienste.

1648 wird das Kloster durch den Westfälischen Frieden säkularisiert, fällt zunächst an die Schwedische, dann an die Dänische Krone und schließlich 1715 an das Welfische Herzogtum Braunschweig-Lüneburg. 1695 war die letzte Nonne gestorben. Baufälligkeit und Schäden erfordern 1872 eine grundlegende Restaurierung der Kirche.

Ausstattung von St. Viti

Kruzifixus (13. Jh.); St. Vitus als kleine Steinfigur (16. Jh.); Singe- und Lesepult (ca. 1580); 2 Kronleuchter (17. Jh. und ca. 1901-1906); Bronzetaufe mit Inschriften, dem Gekreuzigten und den 14 Nothelfern (1469); Kruzifixus auf dem Altar

(15. Jh.); Orgelprospekt (1750) von Christian Vater, die heutigen 19 Orgelregister von 1979.

Der Landvermesser Carl Friedrich Gauß hat 1824 in der Turmspitze eine Eichenbohle angebracht, um so von hier aus die zwei anderen trigonometrischen Punkte Wilseder Berg und St. Ansgari/ Bremen auszuloten.