Anmerkungen St. Marien Winsen

Folgende Anmerkungen macht Herr Jürgen Klahn, Mitverfasser des aktuellen Kirchenführers, der bei der Kirchengemeinde St. Marien zu erwerben ist:
- Die erste, wohl schon 1233 vorhandene Kirche war nicht die jetzige Sakristei, sondern hatte ein Langhaus, das innerhalb der heutigen Kirche stand. Südwand etwa an Stelle der heutigen Pfeilerreihe zwischen Haupt- und Seitenschiff, Nordwand etwas südlich der heutigen Nordwand. Diese Kirche wurde 1. H. 15.Jh.durch die heutige gotische Kirche ersetzt. Letztere wurde sicher nicht um 1400 geweiht. Wann das geschah, ist unbekannt.
- Die Lüneburger Franziskaner hatten seit 1348 in Winsen eine Terminei, aber kein Kloster. Das Winsener Franziskaner-Observantenkloster wurde 1477 von Celle aus gegründet.
- Die Winsener St.-Marienkirche kann nicht von den Franziskanern erbaut worden sein. Sie war auch immer eine Pfarrkirche, nie eine Klosterkirche. Die Franziskaner hatten in ihr auch keine Pfarr- oder sonstigen Stellen inne. Dies hat es nirgends gegeben. Die Pfarrorganisation mit den Bistümern und Archidiakonaten hatte mit der direkt dem Papst unterstellten Ordensorganisation nichts zu tun.
- 1528 wurden die Franziskaner aus Winsen vertrieben. In der St.-Marienkirche war jedoch vermutlich schon 1527 der lutherische Ritus eingeführt worden. Nochmals: Kloster- und Pfarrorganisation bestanden unabhängig nebeneinander.
- Von den 4 1897 beschafften Glocken mußten 1942 3 an das Militär abgegeben werden. Um 1950 beschaffte man als Ersatz 2 ursprünglich ostpreußische Glocken. 2000 kamen 2 weitere neue hinzu, so dass heute 5 Glocken im Turm hängen, davon 2 ostpreußische.